Die Franchise ist einer der grössten Hebel, um deine Krankenkassenprämie zu senken – aber nur, wenn sie zu deiner Lebenssituation passt. Wer sie falsch wählt, zahlt am Ende drauf. Hier findest du die sechs gesetzlichen Stufen, den Zusammenhang mit dem Selbstbehalt und eine Entscheidungshilfe.
Was ist die Franchise überhaupt?
Die Franchise ist der jährliche Betrag, den du selbst für Arzt- und Spitalkosten bezahlst, bevor deine Grundversicherung einspringt. Sie gilt pro Kalenderjahr, wird jeweils am 1. Januar zurückgesetzt, und nicht beanspruchte Beträge verfallen. Je höher deine gewählte Franchise, desto tiefer fällt deine monatliche Prämie aus.
Die sechs Franchise-Stufen für Erwachsene
| Franchise | Wer profitiert typischerweise |
|---|---|
| CHF 300 | Personen mit regelmässigen Arztbesuchen oder chronischen Erkrankungen |
| CHF 500 | Solide Basis für alle, die Planungssicherheit wollen |
| CHF 1’000 | Guter Kompromiss zwischen Prämie und Risiko |
| CHF 1’500 | Für Personen ohne grössere Gesundheitskosten |
| CHF 2’000 | Gesunde Erwachsene mit finanziellem Puffer |
| CHF 2’500 | Junge, gesunde Personen mit tiefem Kostenrisiko |
Franchise bei Kindern und Jugendlichen
Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gelten eigene, tiefere Franchise-Stufen – eine Franchise von CHF 0 ist möglich. Da Kinder statistisch häufiger ärztliche Behandlung brauchen, lohnt sich hier meist die tiefste oder eine niedrige Stufe.
Franchise, Selbstbehalt und Spitalkostenbeitrag im Zusammenspiel
Ist die Franchise aufgebraucht, springt die Kasse nicht sofort zu 100 % ein. Es kommt der Selbstbehalt dazu: 10 % der weiteren Kosten, begrenzt auf maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder. Bei einem Spitalaufenthalt kommt zusätzlich ein Spitalkostenbeitrag von CHF 15 pro Tag dazu – dieser entfällt für Kinder, junge Erwachsene in Ausbildung und Schwangere. Im ungünstigsten Fall zahlst du als Erwachsener mit der höchsten Franchise somit bis zu CHF 3’200 pro Jahr selbst, bevor die Kasse die restlichen Kosten vollständig übernimmt.
Wie findest du die richtige Franchise?
- Gesund und selten beim Arzt? Eine hohe Franchise (CHF 2’000 oder 2’500) spart dir über das Jahr meist mehr an Prämie, als du im Ernstfall an Selbstbehalt zahlst.
- Familie, chronische Erkrankung oder regelmässige Behandlungen? Eine tiefe Franchise (CHF 300 oder 500) gibt dir Planungssicherheit und schützt vor hohen Eigenkosten.
- Unsicher? CHF 1’000 oder 1’500 sind ein Mittelweg zwischen Prämienersparnis und Kostenrisiko.
Wann kannst du die Franchise ändern?
Eine Änderung der Franchise ist immer nur per 1. Januar möglich. Eine Erhöhung kannst du bis Ende Dezember des Vorjahres beantragen, eine Senkung musst du hingegen bis zum 30. November mitteilen – also zum gleichen Termin wie eine ordentliche Kündigung der Grundversicherung. Mehr zu den Fristen findest du im Beitrag Krankenkasse wechseln 2026: Fristen und Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Wenn du ohnehin einen Wechsel prüfst, lohnt sich ein Blick auf unsere SWICA-Seite oder unsere Übersicht, wie du 2026 bei der Krankenkasse sparst.
Wie sich Grundversicherung und Zusatzversicherung unterscheiden – und ob sich eine Zusatzversicherung für dich lohnt – erfährst du im Beitrag Grundversicherung vs. Zusatzversicherung.
1 Comment
Grundversicherung vs. Zusatzversicherung Schweiz
August 30, 2026 @ 11:42
[…] Das hängt stark von deiner Situation ab. Wer regelmässig Zahnarztkosten hat, gerne alternativmedizinische Behandlungen nutzt oder im Spitalfall mehr Komfort möchte, kann von einer Zusatzversicherung profitieren. Wer hingegen selten krank ist und keine besonderen Ansprüche hat, fährt oft günstiger, wenn er auf Zusatzleistungen verzichtet und stattdessen die Grundversicherung optimal mit der passenden Franchise kombiniert – mehr dazu im Beitrag Franchise wählen: Wie hoch soll deine sein? […]
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